Gertrud, Ekkehard und Anke auf Tour
Unser Mitglied Ekkehard Lautenbach hat mit Gertrud und Anke an einer Safari-Reise vom 13. bis 22.01.2025 nach Kenia teilgenommen, zu der unser Mitglied Ulrich-Meyer-Berhorn (Vorsitzender Humanitas-activa e.V.) in Verbindung mit www.wtsafaris.de und FRIDULI ShILOH Resort (Apartments) eingeladen hatte.
Ankunft in Mombasa
Mit etwas Verspätung kamen wir zu dritt am 13.01.2025 morgens nach einem Nachtflug aus Frankfurt am Mombasa International Airport bei 28 Grad Celsius an. Hier wurden wir von Uli und James, dem Fahrer an diesem Morgen, mit Karibu Kenia sehr freundlich in Empfang genommen. Im Blue Room Café stärkten wir uns alle mit Spiegelei, Früchten, Toast, Marmelade, Kaffee und Mangosaft – wunderbar. Dann ging es nach einer kurzen Besichtigung des neuen Hindu-Tempels mit der Likoni Ferry an die Südküste Kenias in Richtung Diani Beach. Hier waren wir von der Appartement-Anlage, die Uli und Frida für insgesamt 12 Gäste sehr sorgfältig geplant haben, begeistert. Und natürlich auch vom großen Pool mit Taucherbecken und Liegemöglichkeiten im Schatten einer mächtigen Palme, umgeben von exotischen Pflanzen.
Am nächsten Tag fuhren Gertrud, Ekkehard und ich mit einem Tuk Tuk zur Gartenanlage eines großen Hotels am Diani Beach mit direktem Strandzugang. Und hier verlockte das türkisblaue, warme Wasser des Indischen Ozeans mit leichtem Wind zu einem ausgiebigen Bad. Abends besuchten wir zusammen mit Uli und Fridah das Nomad Beach, das Strandrestaurant des The Sands at Nomads Hotels am Diani Beach, und ließen uns u.a. den frischen Fisch (Catch of the day) beim fantastischen Blick aufs Meer schmecken.
Für mich beeindruckend: Die lokale Naturschutzorganisation Local Ocean Conservation überwacht und schützt mit ihrem Programm Diani Turtle Watch in Diani bis zu 150 Schildkrötennester pro Jahr. Meeresschildkröten sind durch die Zerstörung von Nestern an Stränden, Wilderei, aber auch durch unseren Plastikmüll im Meer sehr gefährdet. Zu bestimmten Zeiten, wenn die kleinen Schildkröten schlüpfen, werden diese sicher zum rettenden Meer gebracht. Wir sahen den großen Liegeplatz/das Nest der Schildkröten, aber leider keine Meeresschildkröten.
Amboseli National Park vom 15.01. – 17.01.25
Amboseli bedeutet in Maa so viel wie „salziger Staub“

Früh um 7:00 Uhr morgens ging es mit dem Jeep los zum Diani- Airstrip und von dort in einer 12-Sitzer-Propeller-Maschine zum Amboseli-Airstrip mitten im Nirgendwo. Unvergesslich: Der Anblick des schneebedeckten, 5.895 Meter hohen Kilimandscharo (Kibo) in der aufgehenden Sonne aus dem Flieger. Mit 392 Quadratkilometern ist Amboseli ein kleiner Park, jedoch mit weitläufigen Sumpfgebieten und einem großen See (Lake Amboseli), die vom Regen- und Schmelzwasser des Kilimandscharo gespeist werden. Kelly, unser kenianischer, sehr guter Fahrer auf der ganzen Reise, holte uns mit dem Toyota-Jeep am Airstrip ab.
Die Tierwelt
Auf dem Weg zur Lodge sahen wir zum ersten Mal einen großen Flamingo-Schwarm, Kronenkraniche, Wasserbüffel, Wasserböcke, Gnus, Thomson- und Grantgazellen, Giraffen, Zebras und natürlich Elefanten und ebenso eine Tüpfelhyäne. Amboseli ist berühmt für seine Population von rund 1500 Elefanten. Den Anblick von grasenden Elefantenherden in den offenen Ebenen vor dem Panorama des Kibo wird man nie vergessen. Die trockeneren Regionen des Parks bestehen aus Grassavannen mit einzelnen Fieberakazienhainen und hohen Doumpalmen.

In der wunderschönen Serena Safari Lodge, unserer ersten Lodge, wurden wir mit einem kühlen Fruchtsaft begrüßt und bezogen unsere sehr komfortablen Zimmer. Erster Eindruck: Sehr viele Baboons (eine kleinere Pavianart) in der exotischen Gartenanlage. Bitte nicht füttern! Beim Game Drive am Abend durften wir Nilpferde in weiter Ferne und 7 Löwinnen mit Nachwuchs und sogar 2 Geparden bewundern, die selten zu finden sind. Leoparden bekamen wir leider nicht zu Gesicht.
Am 2. Tag der Safari erkletterten wir zu fünft den Observation Hill am westlichen Rand des Enkongo-Narok-Sumpfes und hatten einen wunderbaren Blick über die endlose Savanne.
Taita Hills Wildlife Sanctuary vom 17.01. – 19.01.25
Abendessen mit Elefanten
Nach einer etwas holprigen, 5-stündigen Fahrt über die kenianischen Bundesstraßen kamen wir im Taita Hills Safari Resort, der Haupt-Lodge, an. Nach einem sehr guten Mittagessen ging es zu unserer Lodge, der Salt Lick Safari Lodge mit Rundhäusern auf Stelzen – freier Durchgang für die Elefanten. Für mich das schönste Erlebnis an diesem Tag: Der Anblick einer Elefantenherde (ca. 30 Tiere) mit Kälbern an einer Wasserstelle vom Tunnel aus und ebenso von der Aussichtsterrasse in nächster Nähe.


Am Faszinierendsten sind die roten Elefanten im Park – jahreslanges „Duschen“ mit rotem Lateritstaub färbt die Haut der gewaltigen Tiere – u. a. ein Schutz gegen Insekten. Vor dem Abendessen bespaßte uns dann noch ein einzelner, rotgepuderter Elefant mit Wasserspielen – direkt vor der Brüstung der Aussichtsplattform.
Entspannen im Infinity-Pool, dem größten Pool in Taveta County
Nach einem entspannten Vormittag am Pool im Haupthaus ging es abends noch einmal zum Game Drive und wir beobachteten u.a. Giraffen, Thomson-Gazellen, Zebras, Strauße, Warzenschweine, Sekretäre und Trappen.
Tsavo East National Park vom 19.01. – 21.01.25
„Theatre of the Wild“ – Dramatische Tierszenen auf 13.750 Quadratkilometern
Unser letzter Aufenthalt führte uns in den Tsavo East National Park und hier in die Ashnil Aruba Lodge. Nach einer kurzen, ruhigen Nacht fuhren wir um 6:15 Uhr morgens los und sahen erst einmal… nichts – kein einziges wildes Tier. Plötzlich bekam Kelly einen Funkspruch herein und „spurtete“ los. So kamen wir tatsächlich zu dem unglaublichen Anblick einer Gruppe von Löwinnen (ca. 10 – 15) und einem Löwen, die in 5 bis 6 Metern Entfernung auf einer Lichtung gemächlich entlang spazierten. Ein unbeschreibliches Gefühl, so viele Löwen an einer Stelle und aus nächster Nähe zu sehen. In Tsavo East gibt es schätzungsweise 300 – 350 Löwen/Löwinnen. Sie zu sehen, ist wie ein 6-er im Lotto. Laut Kelly kann eine Löwenfamilie aus bis zu 20 Löwinnen mit Nachwuchs und 1 männlichen Tier bestehen.

Die Brücke am Fluss
Unsere Abendtour bescherte uns dann noch einmal 3 Highlights: Das Yatta-Plateau nördlich des Galana-Flusses, etwa 300 km lang und 100 Meter hoch, und Nilpferde (eine Gruppe von ca. 7 Tieren), die wir beim Untertauchen, Prusten und Schnauben im Fluss sicher von einer stählernen Brücke aus sehen durften. Hier waren wir tatsächlich die einzigen Zuschauer. Und vom Crocodile Point aus, einem 100 Meter hoch gelegenen Felsen, hatten wir einen sagenhaften Ausblick auf den Galana-Fluss mit seinen Sandbänken und auf 3 mächtige Krokodile beim Sonnenbaden.
Auch beeindruckend: Die Lugard-Wasserfälle, Stromschnellen im hunderte Meter breiten Flussbett des Galana, geprägt von verschiedenfarbig marmorierten Felsen. Und auch die Vogelwelt auf der Rückfahrt mit schillernden Staren, aber auch einem Weißkopfseeadler und einem African Eagle sowie Dikdiks (Zwergantilopen). Unser herzlicher Dank an Kelly, der uns einen unvergesslichen Tag dank „Flurfunk“ und seiner gekonnten Fahrweise bescherte.

Auf Wiedersehen
Unser Abenteuerurlaub ging leider viel zu schnell zu Ende, und so starteten wir am 21.01.25 zur letzten Fahrt mit Kelly zurück nach Diani Beach mit Sicht auf eine 2,50 lange Kobra quer über der roten Piste, dem vorbeifahrenden Zug von Nairobi nach Mombasa und einem Zwischenstopp in der Shimba Green Hills Lodge (überragender Ausblick auf den Regenwald). Nach einem entspannten Nachmittag bei Uli und Fridah in den Friduli Shiloh Appartements hieß es am nächsten Morgen Abschied nehmen. Auf dem Weg zum Airport nach Mombasa, begleitet von Uli und Fridah, erfüllten wir uns in der Kooperative Akamba Handicraft noch einen Wunsch: Für Ekkehard war dies ein kleines Zebra aus Holz für seine Frau, für mich eine kleine Holzgiraffe.
Vielen herzlichen Dank an Fridah und Uli für ihre herzliche Gastfreundschaft und die fachkundige Begleitung und Unterstützung von Uli auf der Safari und vor Ort in Diani.
Zum Abschluss
Zitat von Karen Blixen
„Das Safari-Leben hat etwas an sich, das einen all seine Sorgen vergessen lässt, und das Gefühl vermittelt, eine halbe Flasche Champagner getrunken zu haben – übersprudelnd vor herzlicher Dankbarkeit, am Leben zu sein.“
Was mich beeindruckt hat
Wir wurden immer und überall mit einem freundlichen „Jambo“ begrüßt. In Deutschland geht man (meistens) stumm einander vorbei.
Mein persönliches Kenia-Fazit
Ein atemberaubendes Land mit unendlichen Weiten und unglaublich vielseitiger Landschaft (u.a. Busch, ockerrote Savanne, Akazien, Felsformationen, kleine Palmenhaine), die wir nach der Regenzeit im Dezember (noch) sehr grün erleben durften, aber auch erschreckend viel Armut am Wegesrand (karge Wellblech- oder Lehmhütten als Unterkünfte, kaum Zugang zu Frischwasser, magere Ziegen- und Kuhherden) – soweit ich das aus europäischer Sicht beurteilen kann.
(Bilder-/Text-Quelle: Ekkehard Lautenbach, Gertrud und Anke / EuroJD Sektion Bonn)